Viele Marias, eine Geschichte – Möglichkeiten und Grenzen der Kanonkritik in Verena Dolovais “Dorf ohne Franz

In meinem Vortrag versuche ich herauszuarbeiten, ob und inwiefern Verena Dolovais Roman „Dorf ohne Franz“ eine passende Unterrichtslektüre bzw. einen passenden Unterrichtsgegenstand in einem Curriculum mit post-kanonischem Anspruch darstellt. Ich werde dazu auf folgende Fragen eingehen: Worum geht es? Um wen geht es? Wer schreibt? Für wen wurde geschrieben? Wie wurde geschrieben? In welcher Form liegt der Text vor? Mein Ziel dabei ist, die Komplexität der Frage nach der (post-)kanonischen Positionierung eines Textes nicht nur zuzulassen und dabei eventuell wohltuende, einfache Antworten aufzugeben, sondern aus ihnen neue Einsichten für Lehre und Lernen zu gewinnen. Neben literarischer Theorien werde ich mich dabei Ansätzen aus der Frauen- und Gendergeschichte bedienen. Dabei wird auch diskutiert, ob und wie „Dorf ohne Franz“ Elemente hegemonischer und subversiver Literatur aufweist und wie diese Elemente sich begegnen.